An alle Jugendlichen
Die Suchtgefahr ist abhängig:
– von der Droge
– von der Einnahmedauer und Drogenmenge
– von der Veranlagung der Person
– von der augenblicklichen persönlichen Verfassung (z.B. ausgeglichene oder depressive Stimmung)

Es gibt Rauschgifte, bei denen es einfach kein Probierstadium gibt.
Bei Heroin dürfte euch das sofort ein leuchten.
Schon der erste Konsum, egal ob durch Spritzen, Rauchen oder Inhalieren, kann der Beginn der Sucht sein, von der ihr aus eigener Kraft nicht mehr loskommt. Und ebenso ist es beim Schnupfen. Wer behauptet, Heroin-Schnupfen mache nicht süchtig, hat entweder keine Ahnung oder er lügt.

(Foto:http://tothewire.wordpress.com)
Aber auch Haschisch ist nicht harmlos. Es wird manchmal so dargestellt.
Doch jeder Einzelne reagiert anders auf dieses Rauschgift.
Und ihr wisst nicht, wie ihr darauf reagiert, ob ihr nicht schon nach dem ersten Mal Haschisch rauchen der Meinung seid, ihr müsstet künftig öfter einen Joint „durchziehen“.

(Foto:http://www.n24.de)
Und wenn euch bei einer Party Ecstasy angeboten wird unter dem Vorwand, damit „echt gut drauf zu sein“, ist es nicht einfach, „NEIN“ zu sagen. Leider sind manche Jugendliche der Meinung, dass zu einer richtigen Fete Drogen gehören, um ordentlich in Fahrt zu kommen.
Sehr schnell kann der Zeitpunkt erreicht sein, an dem eine gute Stimmung vom Drogenkonsum abhängig wird. Der Weg in die Abhängigkeit ist vorgezeichnet und die Gefahr des Umstiegs auf härtere Drogen rückt näher.
Und wenn ihr so weit seid, dann braucht nur noch eine außergewöhnliche Konfliktsituation auf euch zukommen und ihr greift
zum erstenmal zu LSD oder gar zu Heroin, wenn es euch angeboten wird.
Der Einstieg in die Drogen, das erste Angebot, kann z.T. in völlig harmlosen Situationen auf euch zu kommen: z.B. auf einer Party, auf dem Schulhof, im Auto eures Freundes oder eurer Freundin. Es werden keine finsteren Gesellen sein, die euch den Stoff hinhalten, sondern bekannte Typen, vielleicht sogar gute Freunde von euch. Ihr solltet euch darüber im Klaren sein, dass es vielleicht in wenigen Monaten auch bei euch so weit ist: dass ihr schon so sehr „an der Nadel hängt“, so dringend den Stoff braucht, dass ihr euch nicht einmal mehr scheut, euren besten Freund „anzufixen“, um auf diese Art und Weise das Geld für die nächste Spritze zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass auch euch eines Tages einmal
Drogen angeboten werden, sofern dies nicht schon geschehen ist.
Die Entscheidung, die ihr dann trefft, ist eure eigene.
Aber die Einnahme von Rauschgift ist eine Entscheidung gegen das bewusste Leben, ja gegen das Leben überhaupt, eine Entscheidung gegen die Freiheit, für die Unfreiheit. Mit Rauschgift seid ihr nicht mehr unabhängig, vielmehr ist euer ganzer Lebensinhalt nur noch auf Drogen ausgerichtet. Oder, wie einmal ein Fixer gesagt hat: „Fixen ist ein 24-Stunden- Job, man ist ständig auf der Suche nach dem Stoff für die nächste Spritze!“ Und stellt euch doch einmal eure Zukunft als
Fixer vor.

(Foto:http://kidsnodrugs.de)
Wie wollt ihr eure Sucht finanzieren? Ein „durch schnittlicher“ Fixer
ver braucht am Tag Heroin für ca. 50 Euro und mehr.
Am Anfang habt ihr vielleicht noch etwas Erspartes. Dann werden euch eine gewisse Zeitlang eure Eltern weiter helfen. Vielleicht. Und dann?
Vielleicht werdet ihr zunächst kleine, dann größere Diebstähle begehen, um das Gestohlene in Geld umzusetzen. Vielleicht wird der eine oder andere (Mädchen oder Junge) eine Zeit lang das dringend benötigte Geld auch auf dem Strich verdienen. Und das alles nur ein paar schöner Rauscherlebnisse wegen?
Es darf nicht verschwiegen werden, dass Drogen zu Beginn schöne Träume vermitteln können. Aber schaut euch einmal das Verhältnis zwischen diesen Rauscherlebnissen und den daraus erwachsenden Folgen an. Und noch eines: Diese Träume sind nur kurz, das „Fixerleben“ dagegen kann noch qualvoll lange
dauern.
Vielleicht aber habt ihr nicht einmal gewusst, welche Gefahren euch drohen.
Oder, wenn ihr von den Gefahren wisst, vielleicht seid ihr mit Freunden zusammen und wollt nicht als Feigling dastehen, wenn euch das erste Mal z.B. Ecstasy angeboten wird. Aber seid euch darüber im Klaren, dass es schlechte Freunde sind, die euch zum Probieren drängen. Geht lieber das Risiko ein, durch ein beharrliches „Ohne mich“ diese Freunde zu verlieren.
Drogen führen sowieso in die Einsamkeit. Einen Drogenrausch, der ja im Gehirn
jedes Einzelnen stattfindet, kann man nur allein erleben, und wenn man erst
einmal abhängig ist, dann gibt es sowieso keine echten Freundschaften mehr.
Ihr solltet euch deshalb darüber klar werden, was ihr tut, wenn ihr in eine solche
Verführungssituation kommt. Gebt eine klare Antwort, z.B. „ich habe keine Lust“;
„ich will einen klaren Kopf behalten“ und damit fertig! Lasst euch auf keine
Diskussion ein, ihr braucht euren Standpunkt nicht zu begründen und nicht zu verteidigen. Bleibt fest bei eurem Vorsatz, ohne Wenn und Aber!
Abzulehnen ist mutiger als schwach zu werden und zuzugreifen.
Und wenn eure Eltern sich beim Umgang mit legalen Drogen (Alkohol, Nikotin)
falsch benehmen und euch ein schlechtes Vorbild sind: Ist das ein Grund, sich ebenso zu verhalten? Und noch etwas: Wenn in eurem Freundeskreis jemand süchtig ist, dann bemüht euch darum, ihm zu helfen. Ihr selber könnt im Gespräch
wohl wenig ausrichten. Aber ihr könnt ihm Mut machen, zu einer Beratungsstelle
zu gehen. Dort warten die Fachleute auf ihn und sie können helfen. Die Anschriften findest du in jedem Telefonbuch und in den Tageszeitungen.
