
Heroin ? Außenseiter oder Held?
Viele entzugswillige Patienten wollen/können auf Flash-Erlebnisse nicht verzichten. Um solche Patienten in die Substitutionstherapie aufzunehmen und halten zu können, wird die Verschreibung von Heroin erprobt. Die vor drei Jahren in sieben deutschen Städten begonnene Heroin-Studie steht offenbar vor dem Abschluss. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, zeigt sie, dass Suchtkranke, die den Stoff auf Rezept erhalten, gesünder leben und weniger Verbrechen begehen.
Für Patienten, die mit Methadon und anderen Methoden scheitern, ist die Heroinverschreibung oft die letzte Chance Die meisten Erfahrungen liegen in England, der Schweiz und den Niederlanden vor. Auch in Deutschland laufen Modellprojekte. Der Suchtbeauftragte der Bundesärztekammer, Ingo Flenker, geht davon aus, dass "zwischen 4 000 und 6 000 Betroffene" für eine staatliche Heroinbehandlung in Frage kämen, wenn Heroin als Fertigarzneimittel zugelassen würde.
Nachdem sich auf dem Gebiet der Substitutionsmittel lange Zeit nichts getan hat, kommt nun mit neuen Substanzen und Konzepten frischer Wind in die Drogentherapie. Man wünscht den Suchtkranken, dass er sie in ein Leben "bläst", das sie sich wünschen (Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie, Redaktion medizin.de).
Quelle: medizin.de 2006
